Samstag, 28. Mai 2016

Amokspiel - Sebastian Fitzek

Bildquelle: amazon.de


Seitenzahl: 448


Verlag: Knaur


Erschienen: 01.04.2007


ISBN: 978-3426637180







Inhalt: 
Dieser Tag soll ihr letzter sein. Die renommierte Kriminalpsychologin Ira Samin hat ihren Selbstmord sorgfältig vorbereitet. Zu schwer lastet der Tod ihrer ältesten Tochter auf ihrem Gewissen. Doch dann wird sie zu einem grauenhaften Geiseldrama in einem Radiosender gerufen. Ein Psychopath spielt ein makaberes Spiel: Bei laufender Sendung ruft er wahllos Menschen an. Melden die sich am Telefon mit einer bestimmten Parole wird eine Geisel freigelassen. Wenn nicht, wird eine erschossen. Der Mann droht, so lange weiterzuspielen, bis seine Verlobte zu ihm ins Studio kommt. Doch die ist seit mehreren Monaten tot. Ira beginnt mit der aussichtslosen Verhandlung, bei der ihr Millionen Menschen zuhören …
(Quelle: http://www.sebastianfitzek.de/buch/amokspiel/)

Meine Meinung:
Ira Samin ist eine erfolgreiche Polizeipsychologin, oder zumindest war sie das bis zum Selbstmord ihrer Tochter Sara. Und nicht nur sie selbst, sondern auch ihre zweite Tochter gibt ihr die Schuld daran. Seitdem ist der einzige Halt in ihrem Leben der Alkohol. Und nun sieht sie nur noch einen Ausweg, und zwar den Selbstmord. Eigentlich verlässt sie nur das Haus, um sich ihren Henkers-Drink, eine Cola-Light Lemon, zu besorgen, doch ein alter Kollege greift sie auf und bringt sie in einen Radiosender in der Berliner Innenstadt. Sie soll mit einem jungen Mann verhandeln, der den Sender als Geisel genommen hat. Eigentlich ist seine Vorderung ganz einfach...er möchte seine Verlobte wieder sehen, das einzige Problem daran...sie ist tot. Doch Jan May ist davon überzeut, dass sie noch lebt.
Ira bleibt nicht sehr viel Zeit die Wahrheit herauszufinden, denn Jan droht damit jede Stunde eine Geisel zu töten, sollte seine Verlobte nicht zu ihm ins Studio gebracht werden. 
Es beginnt ein wahrer Wettlauf mit der Zeit und ein Verwirrspiel aus Korruption, falschem Spiel und Familientragödien. 

"Amokspiel" ist in drei Teile unterteilt und der erste Teil beginnt rasant mit Jan May, der in seine Wohnung kommt und einen seltsamen Anruf von seiner Verlobten bekommt. Kurz darauf taucht ein Polizist auf und erklärt ihm, dass sie bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. 
Das Szenario schwenkt um auf Ira Samin, die sich das Leben nehmen will. Aber die Geschichte verliert nicht an Tempo, ganz im Gegenteil. Als Ira in den Radiosender gebracht wird gewinnt das Ganze noch an Fahrt. Leider kann Sebastian Fitzek meiner Meinung nach dieses Tempo nicht das ganze Buch über halten. In der Mitte zieht es sich doch für meinen Geschmack etwas zu sehr in die länge. Immer wieder kommen neue Dinge ans Licht und es wirkt für mich etwas zu verworren. Im dritten Teil des Buches bessert sich das aber wieder und es wird nochmal ziemlich spannend. 
Mir gefällt hier sehr, dass sich die Sichtweise der Personen immer abwechselt. Mal ist ein Kapitel aus der sicht von Ira geschrieben, mal aus der sicht ihres Partners Oliver Götz und mal aus der Sicht von Jan May. Das bringt sehr viel Abwechslung in die Geschichte und man lernt die einzelnen Protagonisten besser kennen und versteht vielleicht auch die eine oder andere Handlung.

"Amokspiel" ist für mich vielleicht nicht der stärkste von Fitzeks Romanen (die ich bisher gelesen habe), aber dennoch eine sehr empfehlenswerte und spannende Geschichte.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Die Therapie - Sebastian Fitzek

Bildquelle: amazon.de


Seitenzahl: 336


Verlag: Knaur


Erschienen: 03.06.2006


ISBN: 978-3426633090









Inhalt:
Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche. Josy, die 12-jährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal bleibt ungeklärt. Vier Jahre später: Der trauernde Viktor hat sich in ein abgelegenes Ferienhaus auf einer kleinen Insel zurückgezogen. Doch eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf. Sie wird von schizophrenen Wahnvorstellungen gequält. Darin erscheint ihr immer wieder ein kleines Mädchen, das ebenso spurlos verschwindet wie einst Josy. Haben ihre Halluzinationen etwas mit dem Verschwinden seiner Tochter zu tun? Viktor beginnt mit der Therapie der geheimnisvollen Unbekannten, die mehr und mehr zum dramatischen Verhör wird … 
(Quelle: http://www.sebastianfitzek.de/buch/die-therapie/


Meine Meinung: 
Der bekannte Psychologe Dr. Victor Larenz ist mit seiner 12-jährigen Tochter Josy bei einem Arzt, da das Mädchen an einer bisher ungeklärten Krankheit leidet. Vater und Tochter trennen sich für einen Augenblick und plötzlich ist die Tochter verschwunden. Keiner hat was gesehen, es gibt keine Spur von dem Kind. Jegliche Suche läuft ins Leere. 

Vier Jahre später: Der einstige Star-Psychologe ist nach dem Verschwinden seiner Tochter nur noch ein Schatten seiner selbst. Zerbrochen an dem Verlust nimmt er sich eine kleine Auszeit und zieht in sein Ferienhaus auf einer kleinen abgelegenen Insel. 
Doch dort macht er Bekanntschaft mit einer mehr als mysteriösen Frau, die scheinbar in irgendeinem Zusammenhang mit Josy's Verschwinden zu stehen scheint. Die Dame bittet um ein Gespräch mit dem einstigen Psychologen, der eigentlich keine Patienten mehr behandelt. Für Victor beginnt eine Therapie der ganz anderen Art.
 Zusammen mit einem befreundetet Privatdetektiv begibt sich Victor nebenbei auf die Spuren seiner verschwundenen Tochter und am Ende fragt man sich nur noch, was denn nun eigentlich wahr ist und was nicht.

"Die Therapie" war mein zweiter Roman von Sebastian Fitzek und auch dieses Buch hat mich wieder nicht enttäuscht. Für mich ist es sehr wichtig, dass ein Buch keinen zu langen Vorlauf hat, und genau das war hier der Fall. Gerade ein Thriller oder Krimi muss für mich schnell zur Sache kommen, sonst wird mir die Geschichte schnell zu langweilig und ich verliere das Interesse. Zu beginn erleben wir direkt Josy's Verschwinden mit und ab diesem Punkt lässt die Spannung auch keinen Moment nach. Man will unbedingt wissen wie es weiter geht, zumal die Geschichte um das Verschwinden des Kindes immer seltsamer zu werden scheint, allerdings nicht so seltsam oder verworren, dass es zu skurril wird.
Angenehm war für mich auch, dass die Kapitel alle sehr kurz gehalten werden. So konnte man gut Abends vor dem Schlafen gehen noch 1-2 Kapitel lesen, sofern man das Buch wieder aus der Hand legen konnte, denn die Kapitel enden gerne das eine oder andere Mal mit einem Cliff-Hanger.


"Die Therapie" war für mich ein sehr spannender und fesselnder Psychothriller mit glaubhaften Charakteren und einem Einblick in die menschliche Psyche, der einem das Handeln der Protagonisten verdeutlicht. Fitzekt hat mit diesem Roman meine Erwartungen, die ich nach meinem ersten Buch an ihn hatte, wieder erfüllt.